Die Sanierung der Ketschengasse 13

Apr. 24, 2026

Raum im Baustellenzustand mit abgeklebten Heizkörpern und einer Stuckdecke.
Inhaltsverzeichnis

Historisches Denkmal, modernes Zuhause

Mitten in der Coburger Altstadt entsteht derzeit ein besonderes Wohnprojekt. In der Ketschengasse 13 wird ein historisches Einzeldenkmal mit viel Fingerspitzengefühl und handwerklicher Präzision saniert. Das Ziel: wertvollen Wohnraum schaffen, der den Charakter eines jahrhundertealten Gebäudes bewahrt und gleichzeitig modernen Wohnkomfort bietet.

Die Bauarbeiten befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden. Wer einen Blick hinter die Baustellenkulisse werfen kann, erkennt bereits, wie aus einem geschichtsträchtigen Gebäude ein lebendiger Ort für Wohnen und Arbeiten entsteht.

 

Ein Haus mit bewegter Geschichte

Die Geschichte der Ketschengasse 13 reicht bis ins Spätmittelalter zurück. Das viergeschossige Traufseithaus mit seinem markanten Satteldach gehört zu den historischen Baudenkmälern der Coburger Innenstadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach verändert und an die Bedürfnisse seiner jeweiligen Zeit angepasst.

Im 18. Jahrhundert erfolgte ein größerer Umbau, bei dem das Haus vermutlich um zwei Geschosse erweitert wurde. Um 1907 erhielt das Gebäude sein heutiges prägendes Erscheinungsbild, als der auffällige Portalrahmen in die Mittelachse versetzt wurde. Auch die Geschäftsräume im Erdgeschoss wurden zwischen dem späten 19. Jahrhundert und den 1980er Jahren mehrfach umgestaltet.

Die Veränderungen spiegeln die wechselvolle Geschichte des Hauses wider. Ein ehemaliges Rückgebäude mit Laubengang musste 1962 der Erweiterung des Gymnasium Casimirianums weichen. Ein weiteres Nebengebäude wurde 1986 abgebrochen und neu errichtet.

 

Historische Details werden bewahrt

Bei der aktuellen Sanierung steht der respektvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz im Mittelpunkt. Viele originale Elemente werden erhalten und sorgfältig restauriert.

Besonders eindrucksvoll sind die kunstvollen Stuckdecken, die mit großem handwerklichem Aufwand instandgesetzt wurden. Sie verleihen den zukünftigen Wohnungen ihren unverwechselbaren Altbaucharakter und erinnern an die lange Geschichte des Hauses.

Auch die neu eingebaute Treppe zeigt, wie historische Architektur und moderne Anforderungen miteinander verbunden werden können. Sie fügt sich harmonisch in das denkmalgeschützte Ensemble ein und schafft eine elegante Verbindung zwischen den einzelnen Geschossen.

Während der Bauarbeiten kamen zudem immer wieder historische Spuren und Funde zum Vorschein, die spannende Einblicke in die Vergangenheit des Gebäudes ermöglichen und den besonderen Wert des Denkmals unterstreichen.

 

Sieben Wohnungen mit besonderem Flair

Im Zuge der Sanierung entstehen insgesamt sieben Wohnungen. Jede von ihnen verbindet historische Details mit zeitgemäßem Wohnkomfort.

Hohe Räume, restaurierte Stuckelemente und die besondere Atmosphäre eines Altbaus treffen auf moderne Grundrisse und eine zeitgemäße Ausstattung. So entsteht Wohnraum, der sowohl die Geschichte des Hauses erlebbar macht als auch den Ansprüchen heutigen Wohnens gerecht wird.

Ein weiterer Pluspunkt befindet sich im Innenhof: Der neu gestaltete Hinterhofgarten wird künftig einen geschützten Rückzugsort mitten in der Innenstadt bieten – ein seltenes Angebot in einer historischen Altstadtlage.

 

Leben und Arbeiten unter einem Dach

Nicht nur Wohnen soll künftig in der Ketschengasse 13 möglich sein. Im Erdgeschoss wird erneut eine kleine Gewerbefläche eingerichtet. Damit knüpft das Gebäude an seine frühere Nutzung an und trägt gleichzeitig zur Belebung der Innenstadt bei.

Solche kleinteiligen Gewerbeflächen sind wichtige Bausteine für lebendige Stadtquartiere. Sie schaffen Raum für Dienstleistungen, Einzelhandel oder kreative Nutzungen und sorgen dafür, dass historische Innenstädte auch künftig lebendige Orte des Austauschs bleiben.

 

Denkmalpflege als Beitrag zur Stadtentwicklung

Die Sanierung der Ketschengasse 13 zeigt beispielhaft, wie historische Gebäude für die Zukunft erhalten werden können. Statt neue Flächen am Stadtrand zu entwickeln, wird bestehende Bausubstanz genutzt und aufgewertet.

Unterstützt wird das Projekt durch die Bayerische Förderinitiative „Innen statt Außen“, die gezielt die Entwicklung von Wohnraum innerhalb bestehender Orts- und Stadtkerne fördert.

Mit der Fertigstellung entsteht nicht nur attraktiver Wohnraum. Es wird auch ein wichtiges Stück Coburger Stadtgeschichte bewahrt und mit neuem Leben gefüllt. Die Ketschengasse 13 steht damit beispielhaft für eine nachhaltige Stadtentwicklung, bei der Vergangenheit und Zukunft erfolgreich miteinander verbunden werden.

Wenn die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen und die Gewerbefläche wieder genutzt wird, beginnt für das historische Haus ein neues Kapitel in seiner langen Geschichte.

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