Die Reithalle gehört zu den kulturellen und städtebaulichen Wahrzeichen Coburgs. Als Spielstätte des Landestheaters nimmt sie eine besondere Stellung im Stadtbild ein. Lange Zeit blieb das Potenzial ihres Umfelds jedoch ungenutzt. Mit einer umfassenden Neugestaltung hat sich das grundlegend geändert.
Heute präsentiert sich der Bereich rund um die Reithalle als attraktiver Stadtraum mit neu geordneten Verkehrsflächen, hoher Aufenthaltsqualität und einer besseren Verbindung zwischen Schlossplatz, Leopoldstraße und den angrenzenden Wohnquartieren.
Ein wichtiger Baustein der Stadtsanierung
Die Maßnahme war Teil des rund 1,5 Hektar großen Sanierungsgebiets V, das seit Mitte der 1990er-Jahre schrittweise entwickelt wurde. In dieser Zeit entstanden neue Wegeverbindungen, Grünflächen, Terrassenanlagen und eine Quartierstiefgarage. Die Umgestaltung rund um die Reithalle schloss eine der letzten Lücken im Quartier und wertete den Übergang zwischen Schlossplatzensemble und Leopoldstraße deutlich auf.
Baustart mit klaren Zielen
Im März 2019 begannen die Bauarbeiten unter der Regie der Wohnbau Stadt Coburg als Sanierungsträgerin. Ziel war es, die Verkehrs- und Freiflächen neu zu ordnen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und den Parksuchverkehr zu reduzieren.
Die Umsetzung erfolgte in zwei Bauabschnitten. Zunächst wurde der Bereich bei den ehemaligen Gebäuden Leopoldstraße 1 und 3 als Ergänzung zum benachbarten Studentenwohnheim neu gestaltet. Anschließend folgte die Umgestaltung des Vorplatzes der Reithalle.
Mehr als nur neue Pflasterflächen
Die sichtbaren Veränderungen sind nur ein Teil der Maßnahme. Neben der hochwertigen Platzgestaltung wurden umfangreiche Arbeiten an Kanal-, Strom- und Fernwärmeleitungen durchgeführt. Hinzu kamen aufwendige Altlastensanierungen sowie die Herausforderung, wichtige Versorgungsleitungen für den Coburger Osten während der gesamten Bauzeit funktionsfähig zu halten.
Gleichzeitig mussten die Reithalle, der Kindergarten Marienschule sowie das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung jederzeit erreichbar bleiben.
Mehr Grün und bessere Aufenthaltsqualität
Mit der Fertigstellung erhielt das Quartier ein deutlich aufgewertetes Erscheinungsbild. Neue Beleuchtungselemente verbessern Orientierung und Sicherheit, während drei neu gepflanzte Bergahorne grüne Akzente setzen.
Die Parkflächen wurden neu organisiert und um Kurzzeit- sowie Anwohnerstellplätze ergänzt. Zudem wurden die bislang oberirdischen Altglascontainer durch unterirdische Sammelbehälter ersetzt, was zu einem deutlich aufgeräumteren Stadtbild beiträgt.
Auch die Treppenanlage zur Wettiner Anlage sowie die Stützwand entlang der Arkaden wurden saniert und in das neue Gestaltungskonzept integriert.
Ein gelungenes Ergebnis
Nach rund 18 Monaten Bauzeit wurde die neugestaltete Platzanlage im September 2020 offiziell eröffnet. Begleitet wurde die Freigabe von Beiträgen des Landestheaters und des Kindergartens Marienschule – ein schönes Symbol für die enge Verbindung von Kultur, Bildung und Stadtentwicklung an diesem Ort.
Die Neugestaltung zeigt beispielhaft, wie aus einem funktionalen Verkehrsraum ein attraktiver öffentlicher Platz entstehen kann. Mit ihrer gelungenen Verbindung aus moderner Infrastruktur, verbesserter Aufenthaltsqualität und historischer Umgebung ist sie ein weiterer wichtiger Baustein für eine lebenswerte Coburger Innenstadt.





