Mehrgenerationenwohnen

Mehrgenerationenwohnen ist ein Konzept, bei dem Alt und Jung zusammenleben

Singles, Paare und Familien unterschiedlicher Generationen unter einem Dach: Man ist sich jederzeit nahe, gleichzeitig haben die Bewohner in ihren jeweiligen Bedürfnissen und Lebensrhythmen durch eigene Wohnungen aber auch ausreichend Privatsphäre. Durch die gemeinschaftliche Nähe kann man sich auf die Unterstützung der Nachbarinnen und Nachbarn verlassen – niedrigschwellige soziale Treffpunkte im Umfeld erleichtern den Alltag. Aus Nebeneinander wird Miteinander.
Platz für sich und Andere
Das Wohnprojekt resultiert aus den 2017 erstellten „Vorbereitenden Untersuchungen“ im Sanierungsgebiet Nördliche Innenstadt. Als wichtiger Baustein der Quartierserneuerung soll damit innerstädtisches Wohnen gestärkt und der von Leerstand gekennzeichnete Block im Übergangsbereich zwischen Steinweg und Lohgraben neu geordnet werden. Eine attraktive Passage wird eine barrierefreie Durchwegung zwischen Lohgraben und Steinweg ermöglichen, so dass das Wohnprojekt räumlich und funktional gut in die Umgebung eingebunden ist. Das Mehrgenerationenwohnen soll neben Einzelwohnungen auch Multifunktionsräume für ein Gemeinschaftsleben bieten: etwa einen Feier-Raum, ein Café oder eine Werkstatt, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sind. Diese Räumlichkeiten werden im Erdgeschoss angesiedelt sein, angeordnet um einen gemeinsamen Innenhof.
Entwurf des Wettbewerbssiegers
ATELIER HUFFER WENZEL · Freie Architekten BDA · Studio Coburg
Callenberger Straße 24 · 96450 Coburg · www.atelierhufferwenzel.de
Städtebau
Das Projekt greift die historische Struktur aus Höfen, Gassen und Zwischenräumen auf. Eine barrierefreie Fußwegeverbindungen zwischen Steinweg und Lohgraben verbindet die Quartiere und macht den Stadtraum erlebbar.
Gemeinschaft & Nutzung
Entlang der Wege und Höfe entstehen gemeinschaftliche Räume für zufällige Begegnungen. Ergänzt wird das Angebot durch Boarding-Wohnen, ein Studio am Lohgraben und ein Inklusionscafé am Steinweg. Erdgeschossnutzungen mit publikumsorientierten Angeboten beleben den Stadtraum.
Bestand
Historische Vorderhäuser werden behutsam saniert: moderne Grundrisse, gute Belichtung, private Außenbereiche und zeitgemäße Bäder. Fassaden orientieren sich am historischen Vorbild, Rückseiten erhalten Balkone.
Neubau & Hof
Ein abgesenkter Gemeinschaftshof nutzt historische Gewölbekeller und bildet ein neues Sockelgeschoss. Der Neubau am Lohgraben fügt sich in die bestehende Bebauung ein und überträgt lokale Bauweise in zeitgemäße Architektur. Alle Bereiche sind barrierefrei.
Wohnen
Clusterwohnen verbindet gemeinschaftliches Leben mit Rückzugsmöglichkeiten. Flexible Grundrisse können auch als klassische 2-Zimmer-Wohnungen genutzt werden. Auch die Außenbereiche werden aufgewertet und schaffen vielfältige Blickbeziehungen.
Fazit
Ein durchdachtes Konzept mit städtebaulicher Klarheit, sensibler Bestandssanierung und starkem Fokus auf Gemeinschaft.







